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Krankheitsbilder - Wirbelsäule Therapie

Krankheitsbilder

Darauf sind wir spezialisiert:

Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule

Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule

Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule

Idiopathische Skoliose

Spinalstenose (Verengung des Wirbelkanals)

Verschleißbedingte Bandscheibenerkrankung

Wirbelsäulenstabilisierung (Spondylodese)

Osteoplastische Verfahren

Minimal-invasive Wirbelsäulenoperation

Bandscheibenvorfälle treten am häufigsten an der Lenden- und der Halswirbelsäule auf. Die meisten Patienten mit Bandscheibenvorfall sind relativ jung, meist zwischen 20 und 50 Jahren.

Die Symptome zeigen sich recht unterschiedlich: Bei einigen Patienten beginnt der Bandscheibenvorfall schleichend mit eher unspezifischen Rückenschmerzen, bei anderen führt der Prolaps schnell zu akuten Rückenschmerzen. Selten gibt es einen spezifischen Auslöser wie zum Beispiel das Anheben einer schweren Last.

Häufig führt ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule zu einem einseitig ausstrahlenden, stechenden Schmerz ins Bein – sich zu bewegen ist kaum noch möglich, ebenso längeres Stehen oder Gehen. Dieser Schmerz kann begleitet sein von Taubheitsgefühlen und Schwäche im betroffenen Bein. Schmerzen, Taubheit und Schwäche sind Zeichen der lokalen Reizung oder Entzündung von Nervenwurzeln oder des Rückenmarksschlauchs. Bei einigen Patienten treten zudem Probleme auf mit dem Wasserlassen, den Stuhl zu halten oder mit der Potenz.

 

Diagnostik

Wir erheben zuerst einen klinischen Befund. Wichtig dabei sind die Zeichen einer neurologischen Beeinträchtigung. In der Regel ist eine Röntgendiagnostik notwendig, auch um das Krankheitsbild eines Wirbelgleitens ausschließen zu können. Auch eine röntgenstrahlenfreie Magnetresonanztomographie (MRT) ist verbindlicher Teil der Diagnostik und ermöglicht sicher den Nachweis eines Bandscheibenvorfalls. Bei Bedarf veranlassen wir noch eine neurologische Zusatzuntersuchung, um eine evtl. beginnende oder strukturelle Schädigung anhand der Nervenleitgeschwindigkeit und der Aufzeichnung der Muskelaktivität (EMG) des betroffenen Abschnitts beurteilen zu können.

 

Therapie

In der akuten Phase werden entzündungshemmende und oft zentral wirksame Schmerzmedikamente benötigt. Lagerungsmaßnahmen (Stufenbett), Physiotherapie, Manualtherapie und lokale Wärme tragen ebenfalls zur Schmerzlinderung bei. Mit diesen Maßnahmen bilden sich bei vielen Patienten die Symptome innerhalb von acht bis zwölf Wochen zurück.

Liegt der Bandscheibenvorfall in oder an der Wurzeltasche und ist mit starken Schmerzen verbunden, kann eine gezielte computertomographisch gesteuerte Spritze an die Nervenwurzel (Periradikulärtherapie = PRT) helfen. Diese Periradikulärtherapie bieten wir in Zusammenarbeit mit der Radiologie in der ATOS Klinik ambulant an.

Falls der für den Bandscheibenvorfall typische Kennmuskel nicht mehr gegen die Schwerkraft bewegt werden kann (Kraftgrad 3 von 5 oder weniger), stellt sich die Frage nach einer Operation. Je nach Dynamik des Kraftverlusts kann sogar eine Notfallsituation auftreten, die einen zügigen Eingriff erfordert. Das gilt auch für das plötzliche Auftreten von Störungen bei der Blasen- und Darmkontrolle.

 

Operation

Bandscheibenvorfälle werden minimal-invasiv unter Einsatz eines Mikroskops operiert. Im Gegensatz zu früheren OP-Techniken wird heute nur das vorgefallene Material der Bandscheibe entfernt, damit die Stoßdämpferfunktion des Bandscheibengewebes so gut wie möglich erhalten bleibt. Die Operation findet in Bauchlage statt, über einen kleinen, zirka 3 cm langen Schnitt. Der Zugang zum Wirbelkanal erfolgt stabilitätserhaltend zwischen den Wirbelbögen, was auch die kleinen Wirbelgelenke schont. Den Rückenmarksschlauch mobilisieren wir vom Bandscheibenvorfall und entfernen den Vorfall mit Mikroinstrumenten. Nach der Operation können die Patienten sofort aufstehen und herumlaufen. Die Physiotherapeuten leiten sie dann sicher in den Aktivitäten des Alltags an.

Ein Einsatz von Implantaten lässt sich so in der Regel vermeiden. Bei einigen Patienten ist es jedoch notwendig, sehr viel Substanz der Bandscheibe zu entfernen, was absehbar zu einer Instabilität führt. Bei jüngeren Patienten, die abgesehen vom Bandscheibenvorfall noch keine wesentlichen klinischen Zeichen eines Wirbelsäulenverschleißes aufweisen, bietet sich in diesem Fall die Implantation einer Bandscheibenprothese an. Auch diese kann minimal-invasiv über kleine Schnitte von der Seite oder dem Unterbauch eingebracht werden. Nach diesem Eingriff ist ebenfalls eine sofortige Mobilisation unter Alltagsbelastung möglich. Bei älteren Patienten mit deutlichen klinischen und radiologischen Verschleißzeichen im betroffenen Segment erreichen wir eine Stabilisierung mit einem Schrauben-Stab-System und einem Cage (Bandscheibenersatz).

Bandscheibenvorfälle treten nach der Lendenwirbelsäule am häufigsten an der Halswirbelsäule auf. Die meisten Patienten mit Bandscheibenvorfall sind relativ jung, meist zwischen 20 und 50 Jahren.

Die Symptome zeigen sich recht unterschiedlich: Bei einigen Patienten beginnt der Bandscheibenvorfall schleichend mit eher unspezifischen Schmerzen, bei anderen führt der Prolaps schnell zu akuten Schmerzen. Nicht immer gibt es einen Auslöser wie zum Beispiel das Anheben einer schweren Last.

Häufig führt ein Bandscheibenvorfall zu einem einseitig ausstrahlenden, stechenden Schmerz, der ein Liegen auf der betroffenen Seite oder die aktive Bewegung des Arms unmöglich machen kann. Dieser Schmerz kann begleitet sein von Taubheitsgefühlen und Schwäche. Schmerzen, Taubheit und Schwäche sind Zeichen der lokalen Reizung oder Entzündung von Nervenwurzeln oder des Rückenmarksschlauchs. Liegt der Bandscheibenvorfall zentral, kann auch das zentrale Rückenmark geschädigt werden. Diese Myelopathie zeigt sich durch eine zunehmende Gangunsicherheit, ebenso kann die Feinmotorik der Hand gestört sein. Bei einigen Patienten treten zudem Probleme auf mit dem Wasserlassen, den Stuhl zu halten oder mit der Potenz, oft ist nachts der Schlaf gestört.

 

Diagnostik

Wir erheben zuerst einen klinischen Befund, wichtig dabei sind die Zeichen einer neurologischen Beeinträchtigung. In der Regel ist eine Röntgendiagnostik notwendig. Die röntgenstrahlenfreie Magnetresonanztomographie (MRT) ist für die Diagnose unabdingbar und ermöglicht sicher den Nachweis eines Bandscheibenvorfalls. Bei Bedarf veranlassen wir noch eine neurologische Zusatzuntersuchung, um eine evtl. beginnende oder strukturelle Schädigung anhand der Nervenleitgeschwindigkeit und der Aufzeichnung der Muskelaktivität (EMG) des betroffenen Abschnitts beurteilen zu können.

 

Therapie

In der akuten Phase werden entzündungshemmende und oft zentral wirksame Schmerzmedikamente benötigt. Physiotherapie, Manualtherapie und lokale Wärme tragen ebenfalls zur Schmerzlinderung bei. Mit diesen Maßnahmen bilden sich bei vielen Patienten die Symptome innerhalb von acht bis zwölf Wochen zurück.

Liegt der Bandscheibenvorfall in oder an der Wurzeltasche und ist mit starken Schmerzen verbunden, kann eine gezielte computertomographisch gesteuerte Spritze an die Nervenwurzel (Periradikulärtherapie = PRT) helfen. Diese PRT bietet bei Bedarf die Radiologie in der ATOS Klinik an.

Falls der für den Bandscheibenvorfall typische Kennmuskel nicht mehr gegen die Schwerkraft bewegt werden kann (Kraftgrad 3 von 5 oder weniger), stellt sich die Frage nach einer Operation. Je nach Dynamik des Kraftverlusts kann sogar eine Notfallsituation auftreten, die einen zügigen Eingriff erfordert. Das gilt auch für das plötzliche Auftreten von Störungen bei der Blasen- und Darmkontrolle.

 

Operation

Bandscheibenvorfälle werden minimal-invasiv und immer unter Einsatz eines Mikroskops operiert. Liegt der Vorfall in der Nervenwurzeltasche, können wir diesen über einen kleinen Schnitt am Nacken entfernen. Die Operation in der Technik nach Frykholm erfolgt in Bauchlage über einen kleinen, zirka 3 cm langen Schnitt. Der Zugang zum Wirbelkanal erfolgt stabilitätserhaltend zwischen den Wirbelbögen. Die kleinen Wirbelgelenke werden geschont. Den Rückenmarksschlauch mobilisieren wir subtil vom Bandscheibenvorfall und entfernen den Vorfall mit Mikroinstrumenten. Implantate müssen bei dieser Operation in der Regel nicht gesetzt werden. Nach der Operation können die Patienten sofort aufstehen und herumlaufen. Die Physiotherapeuten leiten sie dann sicher in den Aktivitäten des Alltags an.

 

Liegt der Vorfall jedoch eher zentral, ist diese implantatfreie Technik nicht möglich. Dann muss der Vorfall mit der gesamten Bandscheibe entfernt werden. Die Operation erfolgt in Rückenlage ebenfalls minimal-invasiv und mikroskopisch unterstützt. Ein kleiner Schnitt erfolgt etwas seitlich der Mittellinie im Verlauf der natürlichen Hautfältelung am Hals. Mit Mikroinstrumenten wird dann gewebeschonend auf den vorderen Rand der Halswirbelsäule präpariert und folgend die betroffene Bandscheibe entfernt. Bei jüngeren Patienten ohne weitere klinische Zeichen des Verschleißes der Halswirbelsäule erfolgt die Implantation einer bewegungserhaltenden Bandscheibenprothese. Bei Patienten mit relevanten klinischen und radiologischen Verschleißzeichen im betroffenen Segment erreichen wir eine Stabilisierung mit einem Cage (Bandscheibenersatz). Bei Bedarf wird die Stabilisierung zusätzlich durch den Einsatz einer Platte verstärkt. Nach diesen Eingriffen ist eine sofortige Mobilisation unter Alltagsbelastung möglich.

Bandscheibenvorfälle treten am häufigsten an der Lenden- und der Halswirbelsäule auf. Aber auch die Brustwirbelsäule kann, dort meist zwischen dem 7. und dem 12. Brustwirbel, betroffen sein.

Bei einem Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule sind die Symptome häufig viel unspezifischer als bei einem Bandscheibenvorfall an der Hals- oder Lendenwirbelsäule. Ist die obere Brustwirbelsäule betroffen, so können die Symptome ähnlich erscheinen wie ein Herzinfarkt, aber auch Magenbeschwerden. Auch gürtelförmige Ausstrahlungen sind möglich. Aus diesem Grund wird ein Bandscheibenvorfall der Brustwirbelsäule häufig nicht sofort diagnostiziert. Neben diesen untypischen Symptomen können auch typische Symptome wie Gangunsicherheiten und auch Zeichen einer Rückenmarksschädigung (Myelopathie) in Erscheinung treten. Auch Probleme beim Wasserlassen, den Stuhl zu halten oder mit der Potenz können hinzutreten.

 

Diagnostik

Wir erheben zuerst einen klinischen Befund, wichtig dabei sind die Zeichen einer neurologischen Beeinträchtigung. In der Regel ist eine Röntgendiagnostik notwendig,

auch um beispielsweise entzündliche oder unfallbedingte Erkrankungen ausschließen zu können. Eine röntgenstrahlenfreie Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine sichere Zuordnung der Symptome zu einem bestimmten Abschnitt. Im Gegensatz zu einem Bandscheibenvorfall an der Hals- oder Lendenwirbelsäule bilden sich bei Bandscheibenvorfällen an der Brustwirbelsäule manchmal harte Verkalkungen. Daher ist auch eine Computertomographie des betroffenen Segments ratsam. Bei Bedarf veranlassen wir noch eine neurologische Zusatzuntersuchung, um eine evtl. beginnende oder strukturelle Schädigung anhand der Nervenleitgeschwindigkeit und der Aufzeichnung der Muskelaktivität (EMG) des betroffenen Abschnitts beurteilen zu können.

 

Therapie

In der akuten Phase werden entzündungshemmende und oft zentral wirksame Schmerzmedikamente benötigt. Physiotherapie, Manualtherapie und lokale Wärme helfen die Schmerzen zu lindern. Bei vielen Patienten bilden sich mit diesen Maßnahmen die Symptome innerhalb von acht bis zwölf Wochen zurück.

Gezielte, computertomographisch gesteuerte Spritzen an die Nervenwurzel (Periradikulärtherapie = PRT) oder die Wirbelgelenke können die Therapie unterstützen. Diese Periradikulärtherapie können wir in Zusammenarbeit mit der Radiologie in der ATOS Klinik ambulant anbieten.

Sollten sich die Beschwerden nicht zurückbilden oder sollten sich neurologische Beeinträchtigungen entwickeln, stellt sich die Frage nach einer Operation.

 

Operation

Bandscheibenvorfälle werden minimal-invasiv unter Einsatz eines Mikroskops operiert. Die Operation findet in Bauchlage statt, über einen etwa 5 cm langen Schnitt. Der Zugang zum Wirbelkanal erfolgt einseitig primär stabilitätserhaltend zwischen den Wirbelbögen durch die kleinen Wirbelgelenke. Je nach Lage und je nach Konsistenz des Vorfalls ist manchmal viel Substanz der Bandscheibe zu entfernen, was absehbar zu einer Instabilität führen würde. In diesem Fall führen wir eine Stabilisierung durch mit einem Schrauben-Stab-System und einem Cage (Bandscheibenersatz).

Nach der Operation können die Patienten sofort aufstehen und herumlaufen. Die Physiotherapeuten leiten sie dann sicher in den Aktivitäten des Alltags an.

 

Die idiopathische Skoliose ist eine Wirbelsäulendeformität im Kinder- und Jugendalter. Betroffen sind etwa 2-3 % der Jugendlichen, meist entwickelt sich eine Skoliose während des pubertären Wachstums. Die Skoliose wird häufig nicht gleich erkannt, da Jugendliche mit der Entwicklung der eigenen Privatsphäre lieber allein ins Bad gehen und Rückenschmerzen nicht das führende Symptom sind.

 

Klinische Untersuchung

Bei der klinischen Untersuchung achten wir auf verschiedene Faktoren wie Symmetrieabweichungen zu einer Seite, eine einseitige größere Lücke zwischen Brustkorb und einem Oberarm, die sogenannte eine Taillenasymmetrie, die Beinlänge, die Schulterhöhe sowie eine Lotmessung vom 7. Halswirbel zum Becken. Die Flexibilität der Wirbelsäule wird ebenso überprüft wie der Brustkorb und die Lende. Der Adams-Vorhaltetest, bei dem sich der Patient mit nach unten hängenden Armen horizontal nach vorne beugt, liefert ebenfalls wichtige Hinweise.

 

Apparative Diagnostik

Röntgen/EOS

Bei Patienten mit einer Skoliose fertigen wir im Laufe des Wachstums immer wieder Röntgenaufnahmen der gesamten Wirbelsäule an. Bei der ersten Diagnose als Ganzwirbelsäulenaufnahmen in zwei Ebenen im Stehen, bei den folgenden jährlichen Kontrollen nur noch in einer Ebene, um die Röntgenbelastung möglichst niedrig zu halten. Mit EOS verfügen wir über eine spezielle Aufnahmetechnik mit hoher Bildqualität, mit der sich die Strahlenbelastung um bis zu 90 Prozent reduziert. Vor einer OP oder falls eine Therapie mit einem Korsett nicht den erwarteten Therapieerfolg erzielt, erstellen wir Funktionsaufnahmen der Wirbelsäule, um die Flexibilität der Verkrümmungen zu überprüfen.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie wird durchgeführt, um Veränderungen im Rückenmark auszuschließen, die Skoliosen verursachen können. Eine MRT gehört verbindlich zur Therapieplanung dazu und verursacht keine Strahlenbelastung für die Patienten.

 

Therapie der Skoliose

Nicht-operative Therapie

Patienten mit einer idiopathischen Skoliose benötigen eine kontinuierliche und langfristige Therapie, die sie durch ihre Jugend begleitet. In den meisten Fällen hilft eine nicht-operative Therapie, bestehend aus sportlicher Ertüchtigung, um die muskuläre Balance und die Koordination zu verbessern. Auch Physiotherapie wirkt unterstützend. Als spezifische Therapie ist die nach Lehnert-Schroth zu nennen. Manualtherapeutische und neurophysiologische Therapien bieten sich ebenfalls an.

Bei einer Hauptkrümmung zwischen 20 und 45° und vorhandener Wachstumsreserve ist ein Korsett eine gut etablierte Therapie. Das Korsett wird individuell angemessen und sollte möglichst 23 Stunden täglich getragen werden, Ausnahmen sind Hygieneverrichtungen oder sportliche Aktivitäten.

 

Operative Therapie

Operative Therapien werden bei fortgeschrittenen, entgleisten oder bei rasch zunehmenden Verkrümmungen durchgeführt, zumal starke Verkrümmungen auch nach Wachstumsabschluss weiter voranschreiten können. In diesen Fällen ist eine operative Therapie ratsam, um langfristige Beeinträchtigungen zu vermeiden. Bei der Operation wird selektiv die Verkrümmung korrigiert und versteift. Durch einen Zugang in der Mittellinie des Rückens oder von der Seite wird die Wirbelsäule mobilisiert, anschließend werden Implantate eingebracht. Auf diese Weise lässt sich die Verkrümmung um 60 bis 70 Prozent verbessern, das weitere Fortschreiten wird vermieden.

 

Nachbehandlung

Stationäre Nachbehandlung

Nach der Operation sind die Patienten sofort belastungsstabil und können nach einem kurzen etwa 7-10-tägigen stationären Aufenthalt wieder entlassen werden. Ab dem ersten Tag nach der OP ist es den Patienten möglich krankengymnastisch unterstützt mobilisiert zu werden. Ziel ist es innerhalb des stationären Aufenthalts die sichere und selbstständige Mobilisation auch auf der Treppe zu erreichen. Wenn dieser Zustand erreicht ist, ist die Entlassung möglich.

 

Ambulante Behandlung nach der Entlassung

Die ersten sechs Wochen nach der Entlassung sollten krankengymnastische Übungen unter Anleitung und in Eigenregie geschehen, die den Schwerpunkt auf die Körpererfahrung legen. Jede Operation verursacht erst einmal ein Gefühl der Unsicherheit. Man muss die „neue Statik“ erfahren. Muskuläre Verspannungen und Verhärtungen müssen gelöst werden. Das kann mit Hilfe eines Krankengymnasten erfolgen. Nach drei bis vier Wochen ist in der Regel die Teilnahme am Schulunterricht wieder möglich. Detailliert wird das Programm mit den Patienten vor dem stationären Aufenthalt besprochen.

Die Spinalstenose stellt ein Missverhältnis zwischen dem Raumbedarf des Rückenmarkschlauchs und dem Raumangebot im durch Verschleiß verengten knöchernen Wirbelkanal dar. Von einer verschleißbedingten Wirbelkanalenge sind Patienten des höheren Lebensalters betroffen. Allerdings kann diese Art von Symptomen bei Patienten mit vererblichen Wirbelsäulenerkrankungen wie rheumatischen Erkrankungen abgelaufenen Bandscheibendegenerationen und -vorfällen oder Wirbelsäulenverletzungen wesentlich früher und auch in Verbindung mit sekundären abnormalen Krümmungen (Skoliose) auftreten. Bandscheiben verlieren an Höhe und die kleinen Wirbelgelenke verplumpen und verbreitern sich. Die Knochenoberflächen stehen vor und erzeugen raue Kanten, sogenannte Knochensporne. Dadurch kommt es zu einer Quetschung des Rückenmarkschlauchs und/oder der Nervenwurzeln an ihren Abgängen.

Eine Stenose kann ein oder mehrere Segmente der Wirbelsäule betreffen, zentral oder im Bereich der Wurzeltaschen einengen. Eine segmentale Instabilität kann sich entwickeln. Der Prozess schreitet mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aber unaufhaltsam fort.

Bei der Verengung im Bereich der Lendenwirbelsäule sind Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das Gesäß und die Beine häufig. Die Gehstrecke verkürzt sich. Sitzpausen werden wiederholt gebraucht. Taubheitsgefühle, Schwächen, Krämpfe oder ein brennender Schmerz oder Beinen sind typische Zeichen. Schmerzen können in die Beine einschießen und einen Bandscheibenvorfall imitieren.

Nackenschmerzen sind frühe aber unspezifische Symptome der Verengung im Bereich der Halswirbelsäule. Taubheitsgefühle, Schwächen, Krämpfe oder ein brennender Schmerz in den Armen sind ebenfalls typisch. Zusätzlich zeigen sich hier immer wieder Koordinationsschwächen und Unsicherheiten des Gangs bei Dunkelheit und in unwegsamerem Gelände.

In schwerwiegenden Fällen können Probleme bei der Bewegung der Arme oder Beine oder Darm- und Blasenprobleme auftreten.

 

Apparative Diagnostik

Nach Erhebung des klinischen Befunds erfolgt primär eine konventionelle Röntgendiagnostik. Es wird eine Wirbelsäulenganzaufnahme in zwei Ebenen benötigt. Um Röntgenstrahlen zu reduzieren und eine bessere Beurteilung der angrenzenden Strukturen zu bekommen und für Sie die bestmögliche Aussage zu erzielen, setzen wir das EOS ein. Das wird unabdingbar ergänzt durch eine strahlungsfreie Magnetresonanztomographie oder bei Kontraindikationen dazu mit einer Myelographie und einem Post-Myelo-CT.

Sofern eine zusätzliche Stabilisierung notwendig ist, erfolgt immer eine computergestützte Planung und Simulation (verlinken mit Diagnostik im Abschnitt Stabilisierung) des Operationsergebnisses.

 

Behandlungsoptionen

Es handelt sich um eine in jedem Fall voranschreitende Erkrankung. Zu Beginn sind Maßnahmen wie beispielsweise Krankengymnastik und manuelle Therapie erfolgreich. Mit der Zeit sind sie nicht mehr in der Lage, Linderung zu verschaffen. Dann sollte die operative Erweiterung des Wirbelkanals ggf. mit den Wurzelabgängen erfolgen. Das ist oft mit kleinen Eingriffen bewegungserhaltend und implantatfrei möglich. Voraussetzung ist, dass keine zusätzliche symptomatische Instabilität der Wirbelsäule vorliegt. Dann kann ein minimal-invasiver Eingriff die erwünschte Schmerzlinderung und Verlängerung der Gehstrecke erzielen.

Als Synonym findet man im Deutschen häufig den Begriff „Degenerative Bandscheibenerkrankung“ oder auch im Englischen die Abkürzung „DDD“, die für „degenerative Disc Disease“ steht.

Ursache ist ein zunehmender Verlust der inneren und äußeren Bandscheibenstruktur mit brüchigerem äußerem Ring und erhöhtem Druck innerhalb. Die Stoßdämpfer-Funktion geht verloren. Es entsteht eine Spondylose. Hiermit wird der Höhenverlust der Bandscheibe zwischen den Wirbeln beschrieben.

In der Folge können Bandscheibenvorfälle entstehen (Abb. 1), die dann auf Nervenstrukturen drücken. Schmerzen, Gefühlsstörungen, Störungen bis hin zum Verlust über die willkürliche Steuerung von Blase oder Mastdarm oder Muskelschwächen können entstehen.

Abb. 1: Das obere Bandscheibensegment ist normal, das mittlere zeigt bereits einen Höhenverlust (Spondylose) mit leichten knöchernen Ausziehungen der Endplatten der Wirbelkörper, im unteren sieht man zusätzlich den Bandscheibenvorfall als rötlichen Ballon. Dieser liegt in der Wurzeltasche und verlegt diese ca. um die Hälfte. ©DePuy Synthes Spine

Abb 2: junger Patient Bandscheibenvorfal zwischen 4. und 5. Lendenwirbel mit hochgradiger Verlegung des Wirbelkanals. Ferner ist die Abdunklung der Farbe der Bandscheibe im Vgl. zu den Nachbarsegmenten auffällig als Zeichen der Spondylose. Bei plötzlich einsetzendem immobilisierenden Beinschmerz und rasch zunehmender Fuß- und Großzehenheberschwäche rechts ergab sich die akute Indikation zur operativen Entfernung des Vorfalls.

 

Ursachen der verschleißbedingten Bandscheibenerkrankung

Verschleiß der Bandscheiben ist normal. Ab dem 20. Lebensjahr finden sich immer mehr oder weniger ausgeprägte Zeichen, die aber nicht zwingend beschwerdehaft sein müssen und häufig sogar Zufallsbefunde darstellen, die keine Beschwerden verursachen.

Faktoren, die das Risiko verschleißbedingte Bandscheibenerkrankungen erhöhen, sind:

Genetik: Familiäre Häufungen für Bandscheibenvorfälle sind beschrieben, unabhängig von körperlicher Belastung oder Erscheinung

Übergewicht belastet die Wirbelsäule-Bandscheiben zusätzlich

Mangelnde Bewegung kann zu schwachen Rumpf- und Bauchmuskeln führen. Die muskuläre Führung leidet und der Druck auf die Bandscheiben nimmt zu.

Arbeitsaktivitäten: langes Sitzen, Heben oder Ziehen von schweren Gegenständen, Biegen, Drehen oder wiederholte Bewegungen und konstante Vibration können den Verschleiß fördern. 

Das Verfahren wird oft auch als Wirbelsäulenfusion oder Wirbelsäulenversteifung bezeichnet.

Die Wirbelsäule unterliegt einem natürlichen mechanischen Verschleiß. Sie besteht aus 24 Bewegungssegmenten zwischen dem 1. Halswirbel und dem Kreuzbein (Sakrum). Ein Bewegungssegment besteht aus zwei benachbarten Wirbelkörpern und der dazwischen liegenden Bandscheibe. Die Bandscheiben schützen die Wirbelsäule gegen Belastungen und halten die natürlichen Kurven der Wirbelsäule aufrecht.

Ist eine dieser Bandscheiben abgenutzt oder durch Verletzungen oder Erkrankungen beschädigt, kann dies zu Rückenschmerzen führen, bei denen nicht-operativen Therapien nicht helfen.

Die operative Stabilisierung nimmt ganz oder teilweise die Schmerzen, indem zwei Wirbelknochen verschmolzen werden, um Bewegungen zu verhindern und die Wirbelsäule in einer biomechanisch vorteilhaften Position eingestellt wird. Die Entscheidung zur OP muss sorgfältig abgewogen und gründlich vorbereitet werden.

 

PLANUNG DER OPERATION

Wir wollen die optimale Einstellung der Wirbelsäule erreichen. Dazu ist eine ausführliche klinische und radiologische Planung erforderlich. Neben der Erhebung evtl. körperlicher Beeinträchtigungen wie Gefühls- oder Koordinationsstörungen und muskulären Schwächen ist eine globale radiologische Beurteilung notwendig. Hierzu gehören Ganzaufnahmen der Wirbelsäule zur Beurteilung der Körperhaltung und evtl. vorhandener Ausgleichsmanöver um zu starke Abweichungen von der normalen entspannten Haltung. Funktionsaufnahmen in Vor- und Rückbeugung erfolgen zum Ausschluss oder Nachweis eines Wirbelgleitens (Spondylolisthesis).

Die resultierenden Informationen fließen in eine computergestützte Planung ein, mit der wir in der Lage sind, die durch die Operation zu erzielende optimierte Einstellung zu simulieren.

Darüber hinaus sind ergänzende Bildgebungen zur Beurteilung der Weichteilsituation im Wirbelkanal und den Nervenwurzelabgängen durch eine strahlenfreie Magnetresonanztomographie notwendig. Sollte diese aus bestimmten Gründen nicht möglich sein, stellt die Myelographie mit Post-Myelo-CT eine diagnostische Alternative dar.

 

WIE WIRD EINE WIRBELSÄULENSTABILISIERUNG DURCHGEFÜHRT?

Bei der Wirbelsäulenstabilisierung wird Material, Knochentransplantat genannt, zwischen den Wirbelknochen und in den Bereich der kleinen Wirbelgelenke eingebracht und angelagert, um den Körper, wie bei einem Knochenbruch, zu neuem Knochenwachstum zu bringen und die Wirbelknochen zu knöchern zu vereinen.

Eingebrachte Schrauben, Platten, Stäbe, Abstandshalter wie Cages stützen initial die Wirbelsäule ab. Sie sichern durch die feste, nahezu unbewegliche Konstruktion eine sofortige Stabilität der Wirbelsäule und vermitteln währenddessen die Verschmelzung der Knochen.

Eine Wirbelsäulenfusion kann mit einem minimal invasiven chirurgischen Eingriff durchgeführt werden. Näheres zu dieser Technik erfahren Sie im Abschnitt minimal-invasive Wirbelsäulenoperationen.

 

KNOCHENTRANSPLANTATE

Knochentransplantate sind Materialien, die das Knochenwachstum fördern und die Lücke zwischen zwei Knochen ausfüllen. Wir brauchen sie, um die knöcherne Stabilisierung sicher zu vermitteln. Es stehen verschiedene Materialien zur Verfügung.

Das beste Transplantat ist der eigene Knochen, der lokal beim Zugang gewonnen werden kann. Es besteht aus Knochen und Knochenmark, das in die Lücke in Ihrer Wirbelsäule eingesetzt wird, die behandelt werden soll. Ist nicht genügend eigener Knochen vorhanden, können entweder Fremdknochenspenden aus Knochenbanken oder von kommerziellen Instituten genutzt werden, bei denen vorher Infektionskrankheiten so gut es geht ausgeschlossen wurden. Aufgrund der fehlenden lebenden Knochenzellen verläuft der Heilungsprozess aber langsamer als bei ausschließlicher Eigenknochentransplantation.

Alternativ können auch Knochenersatzstoffe zum eigenen Knochen gemischt werden. Das sind synthetische Stoffe, die die Knochenheilung positiv verstärken. Die meisten sind bestehen aus Tri-Calcium-Phosphat.

Operative Behandlungsmöglichkeiten von Wirbelfrakturen bei Osteoporose

Ein osteoporotischer Wirbelkörperbruch ist kein Knochenbruch wie etwa ein gebrochener Oberarmknochen. Eine osteoporotische Wirbelkörperbruch verursacht zumindest am Anfang in 50 % der Fälle noch nicht einmal wesentliche Schmerzen.

Erfreulicherweise klingen bei den anderen Patienten die extrem starken Schmerzen durch einen frischen Wirbelbruch innerhalb von 2 – 3 Wochen weitgehend ab. So bedarf eine große Anzahl osteoporotischer Wirbelbrüche keiner operativen Therapie. Sie heilen unter einer nicht-operativen Behandlung, das heißt, sogar ohne äußere Ruhigstellung wie etwa durch ein Mieder oder Korsett für den betroffenen Patienten ohne nennenswerte Folgen aus.

Nicht selten wird die Diagnose einer alten ausgeheilten osteoporotischen Wirbelfraktur im Rahmen einer Röntgen-, oder computertomografischen Untersuchung der Wirbelsäule viel später oder zufällig festgestellt, Behandlungsmaßnahmen fanden jedoch nicht statt.

So kommt es darauf an, nur die Patienten mit osteoporotischen Wirbelbrüchen herauszufiltern, die von einer operativen Therapie profitieren oder anders herum bei denen eine konservative Therapie zu Komplikationen und dauerhaften Schmerzen führt.

Bei der Entstehung eines osteoporotischen Bruchs und der notwendigen Behandlung es wichtig zu unterscheiden:

  1. ist der Wirbelbruch aufgrund der Osteoporose aufgetreten ohne ein adäquates Trauma oder
  2. ist der Wirbelbruch beim älteren Menschen mit Osteoporose bei einem Unfall passiert.

Die erforderlichen Behandlungsmaßnahmen unterscheiden sich hierbei grundlegend.

Im ersteren Falle entscheiden die Schmerzintensität, deren Verlauf (ist der Schmerz abnehmend, konstant oder sogar zunehmend?) sowie das radiologische Bild über die einzuleitende Therapie.
Oft wird die Diagnose einer frischen osteoporotischen Wirbelbruchs durch eine kernspintomografische Untersuchung gestellt. Eine wesentliche Verformung des Wirbelkörpers liegt in der Regel bei der Erstdiagnostik noch nicht vor. Zu diesem Zeitpunkt besteht noch keine Indikation für eine Operation.

Kommt es zu einem zunehmenden Einbrechen des osteoporotischen Wirbelkörperbruches, geht diese mit einer zunehmenden Höhenminderung des betroffenen Wirbelkörpers und dadurch auch mit einer Körpergrößenabnahme einher. Ist der Wirbel dadurch stark deformiert, wird er aber schließlich in jedem Fall Beschwerden verursachen, nämlich durch die anhaltende Instabilität des Knochenbruch einerseits aber auch durch die zunehmende Verformung der gesamten Wirbelsäule (= Verkrümmung oder „Witwenbuckel“), was schließlich natürlich auch Bandscheiben- und Muskelschmerzen verursacht.
Ob es zu einer zunehmenden Sinterung mit Höhenminderung des betroffenen Wirbelkörpers kommt, kann anhand von Röntgenbildern unter Belastung, das heißt Röntgenaufnahmen im Stehen, erkannt werden.
Besteht zu diesem Zeitpunkt eine anhaltende, auf den Wirbelbruch zurückzuführende Schmerzsymptomatik sollte geprüft werden, ob nicht ein minimal-invasives Verfahren wie die Kyphoplastie sinnvollerweise eingesetzt wird, um 2 Ziele sofort zu erreichen:

  1. Schmerzbefreiung an der Stelle des schmerzhaft frisch eingebrochenen Wirbelkörpers
  2. Verhinderung des weiteren Einsinkens oder sogar Wiederaufrichtung des einbrechenden Wirbelkörpers

Da bei dem minimal-invasiven Verfahren prozedurbedingt auch immer eine wenige millimetergroße Knochengewebsprobe gewonnen wird, kann sogar im Rahmen einer Kyphoplastie auch immer eine knochenhistologische Klärung erfolgen, ob nicht im Knochenmark noch eine bisher unerkannte Ursache für den osteoporotischen Knochenfestigkeitsverlust steckt, die dann auch gezielt behandelt werden kann, neben der aber immer erforderlichen medikamentösen Osteoporosetherapie.

Bei dem in der Regel von Unfallchirurgen, Orthopäden oder Wirbelsäulenchirurgen durchgeführten Verfahren der Kyphoplastie wird bei dem auf dem Bauch liegenden Patienten in Vollnarkose ein etwa stricknadelgroßer Katheter in den schmerzhaft eingebrochenen Wirbelkörper unter Röntgendurchleuchtung eingeführt; dann wird der am Ende der Stricknadel befindliche Ballon aufgeblasen und dadurch der schmerzhaft eingebrochene Wirbelkörper in vielen Fällen wieder etwas aufgerichtet. Dann wird der Ballon-Katheter entfernt und in den durch den Ballon gebildeten Hohlraum im Wirbelkörper ein Plexiglasmatrial (= Knochenzement) eingespritzt , welches exakt den etwa 1 – 3 ml großen Hohlraum ausfüllt und in Minuten sofort aushärtet.

Die Schmerzen des Patienten sind bereits am nächsten Tag entweder deutlich reduziert oder weg und der Patient kann schnell nach Hause entlassen werden.

Bei dem anderen minimal-invasiven Verfahren der Vertebroplastie, das auch in einer Kurznarkose durchgeführt wird, wird auf den Versuch der Wiederaufrichtung des eingebrochenen Wirbelkörpers mit dem Ballonkatheter verzichtet, sondern es wird einfach durch die in den schmerzhaft eingebrochenen Wirbelkörper eingeführte Nadel der selbstaushärtende Kunststoff eingespritzt.

Studien zum Langzeitverlauf nach einer Kyphoplastie als auch nach einer Vertebroplastie haben eine nachhaltige Schmerzreduktion oder sogar Schmerzbefreiung auch noch 3 Jahre nach einer Zementaugmentation des betroffenen Wirbels gezeigt. Die Komplikationsrate mit ungewollten Zementausfluss in Gefäße, den Bandscheibenraum oder in Richtung des Rückenmarkes sind erfreulich selten, bei der Kyphoplastie noch geringer als bei der Vertebroplastie. Auch sind nach der Kyphoplastie nicht häufiger Nachbarwirbelkörper eingebrochen, wie es nach einer Vertebroplastie berichtet wurde.

Kommt es hingegen zu einer instabilen Wirbelbruchverletzung durch ein adäquates Trauma bei Vorliegen einer Osteoporose reichen die Verfahren der Kyphoplastie und Vertebroplastie nicht allein, um eine ausreichende Schmerzfreiheit und Stabilität zu erreichen. Der Grund liegt darin, dass zusätzlich zu der instabilen Wirbelbruchverletzung eine Bandscheibenverletzung auftritt. Die Verfahren der Kyphoplastie / Vertebroplastie können jedoch nur einen osteoporotischen Wirbelbruch stabilisieren.
Deshalb erfolgt in diesen Fällen zusätzliche eine Stabilisierung mittels eines perkutan eingebrachten Schrauben-Stabsystems (Fixateur interne).

Auch dieser Eingriff wird heutzutage minimal-invasiv durch kleine Hautschnitte vorgenommen und stellt nur eine geringe Erweiterung des operativen Vorgehens dar. Bei dem in Bauchlage liegenden Patienten werden oberhalb und unterhalb des verletzten Wirbelkörpers rechts und links jeweils zwei kleine Hautschnitte von ca. 3 cm Länge gesetzt. Zunächst werden dünne Drähte gezielt in den Wirbelkörper vorgelegt. Über diese wird ein Gewinde für die einzubringenden Schrauben in einer sogenannten kanülierten Technik geschnitten, bevor die Schrauben selbst über den gleichen Weg sicher in den Wirbelkörper eingedreht werden. Sind die Schrauben überbrückend oberhalb und unterhalb des verletzten Wirbelkörpers und der verletzten Bandscheiben eingebracht, schiebt man unter der Muskulatur (= perkutan) einen Längsträger (= Stab) ein, der die Schraubenköpfe der rechten und linken Seite winkelstabil miteinander verbindet. Es entsteht hierdurch ein fester Rahmen, der die Wirbelsäule überbrückend stabilisiert.

Um eine Abstützung und Festigung des verletzten Wirbelkörpers selbst zu erreichen, die erforderlich ist, um eine Auslockerung des Fixateurs zu verhindern, wird der gebrochene Wirbel zusätzlich mit der o.g. Technik der Kyphoplastie oder Vertebroplastie stabilisiert. Ein solcher kombinierter Eingriff (Abb.1) dauert in geübten Händen oftmals nur 30-45 Minuten und geschieht ohne nennenswerten Blutverlust. Eine Drainagen-Einlage ist nicht erforderlich.

Abb. 1 durch Kyphoplastie stabilisierter 12. Brustwirbelkörper mit überbrückendem Fixateur interne (=Schrauben-Stabsystem) vom 11. BWK auf den 1. LWK

Schon am Folgetag werden die Patienten mit Hilfe eines Gehwagens mobilisiert und können oft nach 1 Woche das Krankenhaus wieder verlassen.

Experimentelle Studien haben nachgewiesen, liegt eine höhergradige Osteoporose vor, so kann der Schraubenhalt durch zementierte Schrauben verbessert werden. Hierfür finden Schrauben Anwendung, die einen zentralen Kanal (kanüliert) und im Bereich des Gewindes kleine Austrittslöcher (fenestriert) besitzen. Füllt man in diese kanülierten, fenestrierten Schrauben nach ihrem Einbringen in den Wirbelkörper Zement ein, so verteilt er sich um das Schraubengewinde und vergrößert somit die Ausrissfestigkeit der Schrauben (Abb. 2).

Abb.2 durch Kyphoplastie stabilisierter 1. Lendenwirbelkörper mit überbrückendem Fixateur interne (=Schrauben-Stabsystem) vom 12. BWK auf den 2. LWK. Die eingebrachten Schrauben des Fixateurs werden zusätzlich über einen Zementmantel gesichert.

In ungünstigen Fällen verbleiben nicht adäquat behandelte osteoporotische Wirbelkörperbrüche instabil und jede Bewegung ist für den Patienten verbunden mit einem sehr starken Schmerz. Immobilität ist die Folge mit einem raschen Abbau der Muskulatur und der Knochenmasse, was das Fortschreiten der Osteoporose unterstützt. Das wiederum verstärkt eine zusätzliche Sturzgefahr. Heilen die Wirbelbrüche nicht aus und sintern zunehmend, ohne dass es zu einer Verfestigung des gebrochenen Wirbels kommt, besteht neben dem anhaltenden chronischen Schmerzsyndrom eine weitere Gefahr durch ein Ausbrechen der Hinterkante des gebrochenen Wirbels (Abb.3).

Häufig kommt es zu einer Verlagerung der Hinterkante in den Spinalkanal, verbunden mit einer Spinalkanalstenose. Diese Fraktur bedingte spinale Enge führt zu ausstrahlenden Beinschmerzen und ist nicht selten verbunden mit neurologischen Lähmungen.

Abb.3a instabile, gesinterte osteoporotische Wirbelfraktur LWK 1 mit Verlagerung der Hinterkante in den Spinalkanal (rot gestrichelte Linie)

Die operativen Behandlungsmöglichkeiten in diesen Fällen sind deutlich aufwändiger. In Anbetracht des oft hohen Alters und der Gesamtmorbidität der Patienten sollen die operativen Verfahren folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Rasche Schmerzreduktion bei anhaltender Stabilität (keine Anschlussfrakturen)
  2. Sofortige Entlastung des Spinalkanals
  3. Wenig invasive Operationstechnik

Eine sofortige Stabilität ist erreichbar über einen perkutanen Fixateur interne (=Schrauben Stabsystem), der in diesen Fällen zur besseren Lastverteilung immer über mehrere Segmente mit zementierten Schrauben eingebracht wird (Abb.3b). Das Aufrichten des Wirbelbruches geschieht in diesen Fällen durch Lagerung des Patienten auf dem Bauch. Wie in Abb.3b dargestellt erfolgt heutzutage auch das Einbringen eines langstreckigen Schrauben-Stabsystem durch kleine Hautschnitte in minimalinvasiver Technik. Nachteil dieser Technik ist ein nun entstehendes Missverhältnis zwischen der maximalen Stabilität mit der Hebelwirkung des eigebrachten Schrauben-Stabsystems zu den angrenzenden Wirbeln bei Bewegungen mit ihrer verminderten Osteoporose bedingten Knochendichte. Um einer möglichen Komplikation von Anschlussfrakturen entgegenzuwirken, verstärkt man den Nachbarwirbel oberhalb des eingebrachten Schrauben-Stabsystems mit Knochenzement durch eine Kyphoplastie. Hierdurch werden Belastungsspitzen bei Bewegung auf einen stabileren Wirbelkörper abgefangen.

Abb.3b Aufrichtung und Stabilisierung der instabilen osteoporotischen LWK 1 Fraktur über einen langstreckigen Fixateur interne mit zementierten Schrauben. Verstärkung des oberhalb der Instrumentierung liegenden Wirbelkörpers Th10 durch Kyphoplastie. (Verlaufsbild nach 1,5 Jahren, keine Anschlussfraktur)

Die notwendige Entlastung des Spinalkanals aufgrund der spinalen Einengung durch das protrusionierte Hinterkantenfragment erfolgt über einen separaten Hautschnitt am Rücken über ca. 6 -8 cm Länge während der Operation mit Entfernung des Dornfortsatzes und der hinteren Wirbelbögen (Abb.3c,d)

Abb.3c,d Querschnittsdarstellung des LWK 1 mit protrusioniertem Hinterkantenfragment links im Bild und nach Entlastung des Spinalkanals mit Entfernung der Wirbelbögen und des Dornfortsatzes rechts im Bild

Auch wenn biomechanisch bei komplizierten Verläufen nach osteoporotischen Wirbelfrakturen wie unter Beispiel 3 gezeigt, die stabilste und sinnvollste Operationstechnik eine kombinierte Abstützung mit einem Eingriff von hinten vom Rücken über ein Schrauben-Stabsystem und von vorn über die Seite mit dem Ersatz des gebrochenen Wirbelkörpers durch einen Titankorb und einer zusätzlichen Stabilisierung mit einem Plattensystem ist (= sogenannte dorso-ventrale – Spondylodese) (Abb.4) bleibt dieser Eingriff nur Patienten bis zur mittleren Lebensdekade vorbehalten und stellt im Alter keine Alternative dar.

Abb. 4a,b 60-jährige Patientin mit anhaltenden sehr starken Rückenschmerzen bei 50 Grad Fehlstellung (Kyphosefehlstellung) nach konservativ behandelten osteoporotischen Wirbelbrüchen BWK11 und BWK 12

Abb.4c,d Beispiel einer sogenannten dorso-ventralen-Aufrichtungsspondylodese bei einer 60-jährigen Patientin mit hochgradiger Osteoporose (Lastverteilung über einen langstreckigen Fixateur interne mit zementierten Schrauben, protektive Kyphoplastie BWK7 oberhalb des Schrauben-Stabsystems, der geborstene Wirbelkörper Th11 wurde durch ein Titankorb ersetzt mit zusätzlicher Stabilisierung über ein Platten-Schraubensysten von vorn)

Nach erfolgreicher Operation, wenn notwendig möglichst durch den kleinsten und sichersten Eingriff, der Kyphoplastie, ist eine medikamentöse Osteoporosetherapie zur Verbesserung der Knochenfestigkeit erforderlich. Sie dient zur Verringerung des Knochenbruchrisikos und besteht immer aus einer Basistherapie mit Sicherstellung einer ausreichenden Calcium- und Vitamin D Versorgung und einem gezielt den Knochenstoffwechsel beeinflussenden Medikament, in der Regel sind dies Medikamente , die den Knochenabbau hemmen (z.B. Bisphosphonate). Allerdings bessert sich die Knochenfestigkeit unter der medikamentösen Osteoporosebehandlung erst im Laufe der mindestens 3- bis 5-jährigen Behandlung. Daher ist es auch nicht möglich, in kurzer Zeit mit einem Medikament einen Knochenbruch oder einen häufigen Wirbelkörperbruch zu verhindern. Die Medikamente benötigen einige Jahre bis der Knochen etwas fester geworden ist und sich dadurch auch das Knochenbruchrisiko messbar verringert.

Sollte eine Operation an der Wirbelsäule notwendig werden, gibt es immer unterschiedliche Möglichkeiten die Ursache zu behandeln.

Wo immer möglich nutzen wir die Vorteile der „minimal-invasive Chirurgie (MIC)“. Dieser Begriff steht nicht für eine bestimmte Operation, sondern für die Technik der Durchführung, wie sie aus vielen Bereichen der Chirurgie bekannt ist. Beispielsweise wurden bei Operationen früher der Blinddarm oder die Gallenblase über einen großen Schnitt im rechten Unter- oder Oberbauch offen entfernt. Heute erfolgt das über mehrere kleinste Schnitte mit Hilfe einer hochauflösenden Kamera, die das Operationsfeld perfekt ausleuchtet.

Auch an der Wirbelsäule ist die MIC möglich und hat sich teilweise als Standard etabliert. So wird beispielsweise die Entfernung von Bandscheibenvorfällen (Nukleotomie) an der Lendenwirbelsäule inzwischen überwiegend mikroskopisch gestützt über einen kleinen etwa 3 cm messenden Schnitt durchgeführt.

Bei der verschleißbedingten Erweiterung des Wirbelkanals (Dekompression) werden durch kleine Schnitte mikroskopisch gestützt Knochen und umgebendes Weichteil entfernt, die auf den Nervenschlauch und die Nervenwurzeln drücken und zu Schmerzen und ggf. Gefühls- oder Koordinationsstörungen und Schwächen führen können.

Auch Wirbelsäulenfusionen, d. h. die feste und steife Verbindung zwischen mindestens zwei benachbarten Wirbeln, können teilweise minimal-invasiv erfolgen. Mit speziellen Implantaten werden die betroffenen Wirbel und das dazwischen liegende schmerzhafte Bewegungssegment fixiert und beruhigt. Der Eingriff kann zusammen mit Dekompressionen oder Nukleotomien durchgeführt werden.

 

Unterschied zwischen minimal-invasiven und herkömmlichen Techniken an der Wirbelsäule

Der wesentliche Unterschied liegt im Ausmaß des Zugangs. Bei der klassisch offenen OP-Technik sind meist lange Schnitte über der Wirbelsäule notwendig. Es müssen Muskeln von der Wirbelsäule mobilisiert werden, um das Zielgebiet an der Wirbelsäule darstellen zu können.

Minimal-invasive Wirbelsäulen-OPs hingegen werden durch kleine Schnitte durchgeführt, die im Einzelnen selten länger als 2 cm messen. Muskeln müssen in der Regel nicht oder wenig mobilisiert werden. Wir benutzen dazu modernste Spezialinstrumente wie rohrförmige Sperrer, chirurgische Mikroskope, dreidimensionale hochauflösende Röntgenanlagen oder computergestützte Navigationssysteme.

 

Vorteile und Risiken

Durch die Verringerung der zugangsbedingten Muskelverletzung und der damit verbundenen Verringerung des Blutverlustes ist die minimal-invasive Chirurgie in der Lage, bei bestimmten Erkrankungen das Ziel, Rücken- oder Beinschmerzen zu verringern, schneller als die herkömmliche Operation zu erreichen. Die Rehabilitation nach der Operation kann so beschleunigt werden.

Jeder Patient ist aber einzigartig. Daher reagieren Patienten nie exakt gleich. Eine minimal-invasive Wirbelsäulen-OP umfasst viele der Risiken eines herkömmlichen chirurgischen Eingriffs. Komplikationen wie Infektionen, Schmerzen und Nervenverletzungen können auftreten. Auch Blutungen sind möglich, aber seltener.

 

Vorbereitung auf die Operation

Im Gespräch mit Ihnen klären wir die noch offenen Fragen. Haben Sie sich zur Operation entschieden, sollten Sie versuchen, vor der Operation so aktiv wie möglich zu bleiben, wobei Schmerzen immer als Warnzeichen vor Überlastung zu werten sind. In diesem Fall sollten Sie die schmerzauslösende Bewegung verringen oder ganz vermeiden.

Für die Behandlung nach der OP bringen Sie sich am besten sportliche Kleidung mit wie einen Trainingsanzug sowie feste Schuhe, in die Sie leicht schlüpfen können. Haben Sie Nordic-Walking-Stöcke, können Sie diese ebenfalls mitbringen. Über weitere Details informiert Sie die Checkliste der ATOS Klinik für die Aufnahme.

Bei Aufnahme in die Klinik werden Sie von unserem spezialisierten Behandlungsteam auf die Operation vorbereitet. Abschließende Fragen werden geklärt und Ihnen bereits zu diesem Zeitpunkt Techniken gezeigt, die Ihnen nach der Operation die frühzeitige Mobilisation aus dem Bett erleichtern kann.